27.09.2014

Chorfahrt Amsterdam

Vom Rotlichtviertel zur Alten Kirche - Eine Reise nach Amsterdam 

 
Doch noch ein Gruppenfoto, fast komplett!


27. September, früh morgens um Viertel nach Sechs. 70 müde Gestalten - Chormitglieder und deren Begleiter - tasteten sich auf den nebligen, stockdunklen Parkplatz hinter der Albert-Mooren-Halle. Offensichtlich hatte jemand vergessen, das Licht anzuschalten. Glücklicherweise hatten die beiden kurz danach eintreffenden Busse ordentliche Beleuchtung, so dass alle schnell einen gemütlichen Platz fanden, auf dem sie die Fahrt nach Amsterdam aushalten konnten. Von Gesang war um diese Uhrzeit allerdings noch keine Spur. Nach einem kurzen Stopp auf der halben Wegstrecke, eingeschoben, weil der kleine Bus keine Toilette an Bord hatte (komisch, viele Mitfahrer des großen Busses standen auch in der Schlange an), ging es zügig weiter, so dass wir überpünktlich unser Ziel erreichten. Zum Glück war der freundliche Kapitän, der uns durch die Grachten fahren sollte, auch schon da, so dass wir unsere Bootsfahrt früher als geplant beginnen konnten.  

 


Pipipause bei Sonnenaufgang

Mittlerweile hatte sich der Nebel verzogen und die Sonne war durchgekommen, es versprach ein herrlicher Tag zu werden. So ging es also zu Wasser einmal rund um Amsterdam, und es gab eine Menge zu sehen. Alte Häuser, die sich bedenklich schräg neigten, das schmalste Haus von Amsterdam - gerade mal so breit wie die Eingangstür - , alte Kirchen, das futuristische NEMO-Museum und vieles mehr. Nach gut einer Stunde legten wir wieder an und starteten den Versuch, ein Gruppenfoto zu schießen. Ich glaube, das ist nicht gelungen, wir waren einfach zu viele und zu undiszipliniert. (Sollte doch eins gelungen sein, bitte schicken, dann fügen wir es nach!)

 

 

Hat irgendjemand eine Ahnung, wo`s langgeht?


Da wir nicht als eine große Gruppe durch die Stadt gehen wollten, trennten sich hier die Wege in verschiedene Richtungen. "Unsere" Gruppe wollte einfach nur durch die Stadt bummeln, von allem etwas sehen, lecker holländische Frites essen und ein kühles Bierchen trinken. Das ist uns gelungen. An der ältesten Frittenbude Hollands (von Siebzehnhundert-Trienepief) gab es hervorragende, frisch geschnittene Frites, bei der gegenüberliegenden Kneipe fanden wir ein gemütliches Plätzchen zum Sitzen, und auch das kühle Bierchen gab es hier. Wir mussten mit unseren Stühlen allerdings genau aufpassen, dass wir nicht die Grenze zwischen privatem und öffentlichen Pflaster überschritten, offenbar ist die Amsterdamer Obrigkeit hier sehr streng.


Frites und Bierchen in der Sonne

 

So gestärkt ging es weiter durch die Stadt, durch volle Einkaufsstraßen und ruhigere Nebengassen mit witzigen Geschäften wie der Condomerie oder den vielen Coffieshops, aus denen interessante Düfte herauswehten. Als uns nach zwei Stunden die Füße weh taten, fanden wir ein wunderschönes kleines Cafe im Garten der alten Kirche, mit selbstgebackenem Kuchen und leckerem Kaffee. Mit neuer Kraft ging es wieder los, und siehe da: nur wenige Schritte weiter standen wir mitten in Amsterdams berühmten Rotlichtviertel. Die Männer guckten interessiert, die Frauen eher peinlich berührt. Aber wir waren ja schnell durch! Mittlerweile war es richtig warm geworden. Weiter ging es durch die Stadt bis zum großen Marktplatz, auf dem wir schon wieder Durst verspürten, so dass wir noch einmal unter den Sonnenschirmen einer sehr vollen Kneipe Platz nahmen.

Das kleine Cafe im Hinterhof der Oude Kerk

Und dann war der Tag auch schon fast vorbei, und wir machten uns auf den Weg zurück zum Bus. Hier trafen wir dann auch alle anderen Mitreisenden wieder, in mehr oder weniger fittem Zustand. Denn für alle war der Tag anders verlaufen: einige fanden das Sexmuseum besonders interssant, andere waren über mehr als zwei Kneipen nicht hinausgekommen, und wieder andere hatten sehr ordentlich Kultur geschnuppert. Spaß gehabt hatten aber offensichtlich alle, so dass die Heimreise zwar müde, aber mit bester Laune verlief. Und während im kleinen Bus auf der Rückfahrt müde vor sich hin geschlummert wurde, wurde im großen Bus dann - ganz chorgerecht - doch noch ordentlich gesungen.

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